Beratungskonzept

Beratungslehrkraft


Frau Rater arbeitet seit 15 Jahren als Beratungslehrerin an der Andreasschule Verden. Die Ausbildung erfolgte in einer Gruppe von acht Lehrkräften aus allen Schulformen bei Herrn Dr. Hingst, Schulpsychologe in Celle.
An der Andreasschule stehen in der Woche drei ausgewiesene Stunden für Beratung zur Verfügung. Die Beratungslehrerin nimmt im Beratungsprozess für Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen eine neutrale Position ein.
Der Beratung liegt ein humanistisches Menschenbild zugrunde, das von der Annahme ausgeht, dass jeder Mensch im Prinzip die Möglichkeit der Problemlösung in sich trägt. Der Beratungsauftrag verfolgt das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Aufgabe der Beratungslehrkraft ist in einem gemeinsamen Beratungsprozess über die Regeln der Gesprächsführung den Ratsuchenden zu befähigen seine eigenen Problemlösungsstrategien zu erkennen.
Beratung ist freiwillig, vertraulich und der Ratsuchende wird im Beratungsprozess als Subjekt seines Handelns begriffen. Er oder sie wird als lösungskompetent angesehen. Der Ratsuchende entscheidet im Rahmen der Beratung welche Schritte eingeschlagen werden.
Dem Beratungsansatz liegt eine systemische Betrachtungsweise zugrunde, d.h., dass der Ratsuchende nicht als allein verantwortlich für sein Problem gesehen wird, sondern dieses im Kontext seiner/ihrer Beziehungsstrukturen betrachtet wird. Daher sind i.d.R. weiterführende Gespräche mit den Eltern/Erziehungsberechtigten, zuständigen Lehrkräften und/oder anderen Beteiligten erforderlich, aber nur in enger Abstimmung mit dem oder der Ratsuchenden.
Die schulische Beratung bezieht sich im engeren Sinne auf schulische Probleme.
Bei häuslichen/außerschulischen Problemen findet eine Weiterleitung an die entsprechenden außer-schulischen Beratungsinstitutionen statt, ebenso bei psychiatrischen Problemen.
Beratung erfolgt als
- Einzelfallberatung
- Lern-und Leistungsschwierigkeiten
- emotional-sozialen Schwierigkeiten
- Schullaufbahnentscheidung
Schwerpunkte: Legasthenie / Dyskalkulie / Dyslexia in der Fremdsprache Englisch, Sprach- und Sprechauffälligkeiten, ADS, ADHS, Förderdiagnostik, Begabungsdiagnos-tik: Hochbegabung, niedrige Begabung, schulischer Umgang bei Autismus -Asperger Syndrom / Tourette; Nachteilsausgleich,

Beratung als Aufgabe aller Lehrkräfte der Andreasschule soll durch den Einsatz der Bera-ungslehrerin unterstützt und ergänzt werden und die Beratungsprozesse intensiviert wer-den. Die Beratungslehrerin versteht sich als Teil eines umfassenden und tragfähigen Bera-tungsnetzwerks für Ratsuchende an der Schule. Dieses umfasst neben der Beratungslehrerin die Klassen- und FachlehrerInnen der Unter-, Mittel- und Hauptstufe, daneben die Funktion des SV-Beraters und der Vertrauenslehrer.
Die sonderpädagogische Fachberatung ist bei der Landesschulbehörde angesiedelt, ebenfalls das Beratungs- und Unterstützungssystem „Verdi-BUS“, beide Beratungsfunktionen können bei Bedarf angefordert werden.

Die Beratungsanlässe sind different und vielschichtig. Die Zahl der Kinder mit emotional-sozialen Problemen hat stark zugenommen, körperliche und verbale Gewalt ist gestiegen und Hemmschwellen sind gesunken.
Kinderarmut mit psycho-sozialen Folgen, Bewegungsarmut in Verbindung mit Adipositas, Fehl- und Mangelernährung, hoher Fernsehkonsum, geringe Wertevermittlung, fehlende Lernvoraussetzungen, AD(H)S, Hyperaktivität, LRS, Dyskalkulie.

Wo / wann wird beraten ?


Für die Beratungstätigkeit steht ein für diese Zwecke genutzter und eingerichteter Beratungsraum zur Verfügung. Die Beratungslehrerin Bärbel Rater bietet zu bestimmten Beratungszeiten während und außerhalb der Unterrichtsstunden Beratungen an und steht auch nach Vereinbarung für Beratungsgespräche zur Verfügung.
Bei Beratungen während der Unterrichtszeit melden sich die ratsuchenden Schüler und Schülerinnen beim betreffenden Klassen- bzw. Fachlehrer ab.
Wenn keine dringenden unterrichtlichen Gründe, z.B. Klassenarbeiten etc. dem entgegenstehen, sollte den Schülern und Schülerinnen die Aufnahme der Beratung ermöglicht werde und der Beratungsvorgang vertraulich behandelt werden.

Wer wird beraten ?


Das Beratungsangebot richtet sich grundsätzlich an alle interessierten Schülerinnen und Schüler der Andreasschule der Klassen 1 bis 10, an Eltern/Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte der Schule.

Der Besuch der Beratungslehrerin setzt Freiwilligkeit und Offenheit voraus. Dies ist insbe-ondere dann von Bedeutung, wenn einem oder einer Ratsuchenden der Besuch bei der Beratungslehrerin von Mitgliedern des Lehrerkollegiums oder Eltern nahe gelegt oder empfohlen worden ist.

Beratungsgrundsätze und -ziele


Die Beratung durch die Beratungslehrerin ist grundsätzlich freiwillig. Der/die Ratsuchende entscheidet grundsätzlich selbst, ob er/sie eine Beratung wünscht. Die Beratungslehrerin entscheidet, ob sie eine Beratung annehmen kann oder den/die Ratsuchende weitervermitteln muss. Der/die Ratsuchende kann ebenso wie die Beratungslehrerin die Beratung jederzeit abbrechen.
Die Beratung durch die Beratungslehrerin bietet Hilfe zur Selbsthilfe durch Stärkung der Selbstreflexionsfähigkeit und Problemlösungskompetenz des/der Ratsuchenden in einem von Einfühlungsvermögen -Empathie-, Bestätigung und Anregung geprägten Rahmen.
Die Beratung erfolgt auf systemischer Grundlage, indem das gesamte soziale Umfeld des/der Ratsuchenden als kritische Reflexion in den Beratungsprozess einbezogen wird. Ziel ist das gemeinsame Finden einer einvernehmlichen Problemlösung.
(lösungsorientierter Ansatz )
Die Beratung durch die Beratungslehrerin bietet eine erweiterte psychologische Beratungskompetenz zugunsten aller am Erziehungsprozess beteiligten Personen unter Zusicherung absoluter Vertraulichkeit und unter Einsatz der für die Beratung individuell notwendigen Zeit an.
Die Beratung hat das Ziel direkt oder indirekt Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, kritische Reflexion und Kommunikati-onsfähigkeit zu fördern. Sie ist abhängig von einem vertrauensvoll-offenen und re-spektvoll-toleranten Umgang.

Worauf bezieht sich die Beratung ?


Die Beratung durch die Beratungslehrerin versteht sich als Beratung von Schülern und Schülerinnen, Erziehungsberechtigten und interessierten Kollegen und Kolleginnen über präventive und fördernde Maßnahmen, vordringlich im Hinblick auf die Lösung von Lern- und Verhaltensproblemen (Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationsprob-leme, Disziplinschwierigkeiten, Beziehungsprobleme, emotional-soziale Auffälligkeiten, Gewalt etc.)
Die Beratung dient der Unterstützung interessierter KollegInnen bei der Entwicklung bzw. Vertiefung eigener Beratungskompetenz und die Beratungslehrerin macht Vorschläge zur Lehrerinnenfortbildung.
Die Beratungslehrerin stellt Kontakte zu außerschulischen Beratungsstellen und weiteren Einrichtungen, z.B. Jugendhilfe her und vermittelt Ratsuchende bei Problemen, die primär im häuslichen/außerschulischen Bereich liegen und unterstützt eine Netzwerkbildung.
Die Beratungslehrerin stellt Kontakte zu Fachberatungsstellen her bzw. begleitet die Ratsuchenden bei den Besuchen, zum Beispiel: Drogenberatung, Beratung bei sexuellem, körperlichem oder seelischem Missbrauch, Sektenzugehörigkeit, Essstörungen, spezifischen psychiatrischen Problemen.
Die Beratungslehrerin arbeitet gegebenenfalls mit der SV-Lehrkraft und dem Streitschlichterteam zusammen, bzw. wird auf Anfrage unterstützt.
Eine ideale Ergänzung in Beratungsfragen wäre die Zusammenarbeit mit dem/der Schulsozialarbeiterin, sofern an der Schule vorhanden.
Bei besonders schwierigen Fällen erfolgt die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Schulpsychologen Herrn Volker Bohn.

Beratung und Unterstützung in der Eigenverantwortlichen Schule


Durch die eigenverantwortliche Schule wird sich zukünftig der Bereich der innerschulischen Beratung und Unterstützung weiter entwickeln hinsichtlich eines Beratungs- und Unterstützungsystems, das auf der Grundlage des Bildungsauftrages der Schule eigenverantwortlich handeln kann. Es soll einen wirksamen Beitrag leisten zur Qualitätsentwicklung und -erhaltung von Unterricht und Erziehung über pädagogisch-psychologische Interventionen bei verschiedenen wiederkehrenden Beratungsanlässen.
Eine Kooperation von schulischen Beratern, der Beratungslehrerin, eventuell eines/einer Sozialpädagogin mit außerschulischen Beratungsinstitutionen erweitert den Kompetenzbereich und könnte einen Beitrag zu einer zeitnahen Beratung leisten:
- Schullaufbahnberatung
- Förderdiagnostik
- Leistungsprobleme
- emotional-soziale Auffälligkeiten

Wichtig ist der fachliche Austausch über Teamsitzungen, eventuell Dienstbesprechungen sowie die Zusammenarbeit mit dem Dezernenten der Schulpsychologie und gegebenenfalls Supervision.